BRIDGE OF SPIES Start: 26.11.2015

10.Februar 1962, 8 Uhr morgens. 2 Männer überqueren die Glienicker Brücke. Der eine in Richtung West-Berlin, der andere in Richtung Ost-Berlin. Es handelt sich um Gary Francis Powers, ein Spion des amerikanischen Geheimdienstes CIA und Rudolf Iwanowitsch Abel, Spion des sowjetischen Geheimdienstes KGB.
Am 1.Mai 1960 wagt Gary Powers einen Aufklärungsflug über die Sowjetunion, um geheime Militäranlagen zu fotografieren. Er wird von Raketenabwehreinheiten abgeschossen. Sein Fallschirm rettet ihm das Leben. Er wird der Spionage beschuldigt und zu langjähriger Haft im Gefängnis von Wladimir, etwa 150 Kilometer von Moskau entfernt, verurteilt.
In den USA sitzt der KGB Spion Rudolf Abel ebenfalls im Knast. Jahrelang getarnt als Fotograf und Kunstmaler betrieb er ein kleines Studio in New York. Ihm gelang es, ein Spionagenetz aufzubauen , welches sich durch das ganze Land zog. 1957 verrät ein Überläufer Abels Identität und er wird zu 30 Jahren Haft verurteilt. Nun hat Steven Spielberg, nach „ Schindlers Liste“ sich diesem dunklen Kapitel aus der hässlichen Phase des Kalten Krieges angenommen und in „Bridge of Spies“ einen spannenden Spionagethriller daraus gemacht. Tom Hanks spielt einen Anwalt, James Donovan, der mit Herz und Hirn, trotz aller Widerstände, Abel vor dem elektrischen Stuhl rettet. Er setzt sämtliche juristischen Winkelzüge ein, um Abel eine menschenwürdige Verteidigung zu ermöglichen. Das kommt nicht bei allen gut an.
Ein „Kommunistenschwein“ zu verteidigen bringt einige Hasser dazu , die Scheiben seiner Wohnung zu zerschlagen und seine Familie in Angst und Schrecken zu versetzen. Während der langen Verhandlungstage, entsteht fast so etwas wie Freundschaft zwischen dem kauzigen, wortkargen Abel ( Mark Rylance ), der höflich und gefasst seinem Urteil entgegen sieht. Abel und Donovan teilen einen besonderen Humor. Ab und zu werden die amerikanischen Werte gepredigt , ein wenig Pathos und Klischee darf auch nicht fehlen. Nach zwei Stunden ist man froh, wenn der CIA den Austausch zwischen Power und Abel verhandelt und Donovan in Berlin eintrifft. Im Gegensatz zu den hellen und freundlichen Tönen seines Landes, umgibt ihn nun ein eiskaltes graues Berlin. Und dann, endlich, nach zähen Verhandlungen mit dem als Mittelsmann eingesetzten Ost-Berliner Anwalt, Wolfgang Vogel ( Sebastian Koch), stehen alle Beteiligten auf der Glienicker Brücke und warten spannungsgeladen auf den Austausch zweier gegensätzlicher Agenten. Donovans besorgte Frage nach Abels weiterer Zukunft, erwidert der mit dem Satz: „ Entweder werde ich umarmt oder ich werde auf den Rücksitz gesetzt“. Donovan hat Tränen in den Augen.
Tom Hanks spielt den Vermittler mit grosser Empathie, einem feinen Humor. Er lässt beide Seiten in dem Glauben etwas Brillantes eingefädelt zu haben. Mitverantwortlich für die pointierten und scharfsinnigen Dialoge sind die Coen-Brüder, die Matt Charmans Drehbuch ihre ganz persönliche Note ver-
leihen.
Ein Lob an die Ausstatter die den grau düsteren Look Ost –Berlins 1960/ 61 auf die Leinwand zaubern.

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