EL CLUB START: 05.11. 2015

  1. Wir stehen auf und beten.
  2. Danach frühstücken wir.
  3. Danach gibt es Zeit für persönliche Dinge.
  4. Um zwölf  feiern wir die Messe ( Die Pater wechseln sich dabei ab)Wenn Sie das Bedürfnis haben zu beichten, sagen Sie es mir. Ich spreche dann mit den Brüdern, wer Ihnen die Beichte abnimmt.
  5. Um eins essen wir zu Mittag.
  6. Danach singen wir.
  7. Danach haben wir frei.
  8. Um acht beten wir den Rosenkranz.

Wer jetzt denkt, wir befinden uns in einem Kloster, weit gefehlt. Es handelt sich um den Tagesablauf  von vier Priestern, die in einem Haus zusammen leben, ein Haus der Reue und Busse. Von der Kirche exkommuniziert. Sie alle haben sich an Kindern und Jugendlichen sexuell vergriffen. Schwester Monica führt den Männern den Haushalt, aber auch sie ist da, um für etwas zu büssen. Das Haus, abgelegen in einem kleinen Ort an der rauen und stürmischen chilenischen Nordküste. Es gibt feste Regeln, doch Niemand hält sich dran. Keine Selbstgeisselung, kein eigenes Geld, kein Handy, kein Kontakt mit den Dorfbewohnern. Der Alkohol fliesst reichlich. Einer von ihnen trainiert täglich einen Windhund . Der bringt bei den Hunderennen im Ort reichlich Schotter. Ein neuer Mitbewohner bringt die tägliche Routine gehörig ins Wanken. Durch seine Anwesendheit, lässt er ihre abscheuliche Vergangenheit wieder  aufleben. Ein inzwischen erwachsener Mann, psychisch total zerstört, erkennt in dem Neuankömmling seinen Peiniger von früher. Lauthals bricht es aus ihm heraus. Er stellt sich vor ihn und schreit sämtliche sexuellen Praktiken, die er an ihm vorgenommen hat schmerzlichst heraus. Eine ungeheuerliche Litanei schwerster Vorwürfe. Pablo Larrain hat für seinen Film ein hervorragendes Schauspielerensemble gefunden. In diesem Club der verlorenen Priester hat er sich die ausgewählt, „ die an der Vision der Macht festhalten. Die Kirche predigt der Welt und den GläubigernWerte wie Nächstenliebe, Mitgefühl , Fürsorge, Vergebung- aber sie wendet diese Werte nicht an, wenn es um sie selbst geht. Es kommt mir vor, als sei die Kirche mit der Zeit mehr zu einer Korporation als zu einer religiösen Gemeinschaft geworden. Es geht hier um ein System der Straflosigkeit, dem System der Diktatur sehr ähnlich.“ „ El Club“ ist eine bitterböse Abrechnung mit der katholischen Kirche. Larrain zeigt die Scheinheiligkeit hinter der angeblich sauberen Fassade, die einen übel werden lässt. Die vier männlichen Bewohner, der Neuzugang hat sich erschossen, hegen nicht das geringste Schuldbewusstsein. Ihre widerwärtigen Taten haben sie verdrängt und somit ungeschehen gemacht. Es ist eine  Ungeheuerlichkeit, dass immer noch die Ansicht besteht, das Homosexualität weit aus schlimmer sei als Pädophilie. Mir war speiübel, als ich den Kinosaal verliess. Es fällt einem nicht leicht, sich das anzuschauen, dennoch ein Film der unbedingt sehenswert ist.

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