MEDITERRANEA ( REFUGEES WELCOME? ) START: 15.10. 2015

Regisseur Jonas Carpignano, ein schwarzer Italoamerikaner, der schon mit seinem Kurzfilm A CHJANA die italienische Bevölkerung schockte, indem er die blutigen Angriffe auf Flüchtlinge in Rosarno zeigte, widmet sich in seinem dramatischen Spielfilm der Vorgeschichte dieser Angriffe, aus der Sicht zweier unterschiedlicher Freunde, Ayiva und Abas. Sie stammen beide aus Burkina Faso und machen sich auf den Weg nach Europa.

Es ist die Hoffnung auf ein besseres Leben, die sie zwingt ihre Heimat zu verlassen. Zufuß durchqueren sie die algerische Wüste, werden überfallen, der Schlepper nimmt ihnen das Geld ab. In Libyen angekommen, besteigen sie ein Boot, stellen fest , dass kein Steuermann an Bord ist. Sie geraten in ein Unwetter und Ayiva versucht die Steuerung zu übernehmen. Ihr Ziel ist Italien, wo Ayiva hofft , dass ein dort lebender Onkel, ihnen weiter helfen wird. Glücklicherweise werden sie von einem Rettungsschiff sicher nach Rosarno gebracht. Statt bei seinen Verwandten unterzukommen, landen sie in einer schäbigen Unterkunft, provisorisch aufgebaut. Es ist kalt und ihnen fehlen jegliche Papiere. Für einen Hungerlohn arbeiten sie schwer auf einer Orangenplantage. Ayiva, der Stärkere von beiden, gewinnt das Vertrauen des Plantagenbesitzers, dessen Vorfahren ebenfalls Migranten waren. Es menschelt sogar, da die „ Dame“ des Hauses  mit ihnen singt und sich freut, dass sie sie „ Mama“ nennen. Abas verzweifelt an der ausweglosen Situation, von Ayiva immer wieder gestützt, der es mit kleinen Tricks und erfindungsreichen Geschäften schafft, sich einigermassen über Wasser zu halten. Er setzt alles dran, seine kleine Tochter,die bei seiner Schwester in Burkina Faso lebt, finanziell zu unterstützen, damit wenigsten die beiden ein besseres Leben haben. Doch seine Hoffnung verschwindet abrupt, als sich ein „ Weisser Mob“  auf die Flüchtlinge stürzt, sie zusammenschlägt, „ ich fackel dich ab, du Stück Scheisse.“ Bei dem Überfall wird Abas schwer verletzt. Ayiva ( Koudous Seihon ) und Abas ( A lassane Sy ) haben derartige fremdenfeindliche Übergriffe selbst erlebt. Auf verstörend eindringliche Weise, wird somit die Geschichte von Abas und Ayiva um so glaubwürdiger erzählt. Die knappen Dialoge , das Fehlen von Musik,, die zum Teil wackelnde Handkamera, sorgen für eine starke Bildsprache ohne Ablenkung.  Wie soll es mit den Menschen, die in Turnhallen und Zelten zusammengepfercht hausen, ohne Arbeit und Geld in Zukunft weitergehen…..

Sollte es wirklich zu einer Klimakatastrophe kommen, dann werden sich noch viel mehr Menschen auf den Weg nach Europa machen, geflohen vor Dürren, Überflutungen  und wieder voller Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben.

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