achtung berlin DOKFILM: ALLE 28 TAGE

„ Meine Mutter bekam Kinder, weil alle Kinder bekamen.“. Die Filmemacherin Ina Borrmann wollte anders sein, als alle um sie herum. Aufgewachsen in der DDR strebte sie nach Freiheit und Unabhängigkeit. „ Ich wollte nichts sein, sondern was werden“. Doch dann, so um die vierzig, tickte die Uhr. Der Wunsch nach einem eigenen Kind ließ sie nicht mehr los. Da es auf natürlichem Weg nicht klappte, wählte sie den Weg der künstlichen Befruchtung. Eine Tortur bahnte sich an. Medikamente schlucken, befruchtete Eizellen einführen. Voller Hoffnung abwarten. Die psychische Belastung ertragen. „ Die Medikamente machen eine Scheisslaune“. 1. Versuch gescheitert. Die Embryonen haben sich nicht eingenistet.
2. Versuch. Wieder nicht geklappt. 20.000 Euro in den Sand gesetzt. Um sich nicht den Vorwurf zu machen, nicht alles versucht zu haben, 3. Versuch. Wieder nicht geklappt. Der behandelnde Professor rät: Zwingen sie sich zu gar nichts, bleiben sie Mensch, feiern sie Weihnachten“. Das Paar verreist. Wieder zurück in Berlin…..der Schwangerschaftstest ist positiv. Das Paar freut sich riesig. Er: „ Was lange währt, ist einen Asbach Uralt wert“. Doch die Enttäuschung folgt auf dem Fuß. Der Embryo ist nicht gesund. Es kommt zu einer Fehlgeburt. Ina Borrmann gibt nicht auf. Ihre Schwester bietet ihr eine Eizellenspende an. Sie fahren nach Holland. In Deutschland ist so ein Eingriff verboten. Doch die Wahrscheinlichkeit, daß es diesmal klappt, wird von dem holländischen Arzt als äusserst unwahrscheinlich eingestuft. Das Paar gibt auf.
Ich war hin und hergerissen zwischen Mitgefühl und Wut. Es fielen so Sätze wie „ die Wohnung ist so leer“ oder „ der Film „ Fahrraddiebe“ hat den Kinderwunsch in mir geweckt“.
Vielleicht hätte man ja mal über eine Adoption nachdenken können aber nein, es muß ja unbedingt das eigene Fleisch und Blut sein. Wie egoistisch ist das eigentlich. Wenn ich ehrlich bin, konnte und wollte ich schon nach dem 2. missglücktem Versuch, mich mit Frau Borrmanns Problem nicht mehr auseinandersetzen. Trotzdem, ich bewundere den Mut sich vor der Kamera mit so einem Thema quasi nackt zu machen. Auch die Geduld des Ehemannes ist beeindruckend.

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