AMERICAN SNIPER START: 26.02.2015

Schon als kleiner Junge wurde Chris Kyle von seinem bibeltreuen Vater an der Waffe ausgebildet. Der Junge liegt am Boden, das Gewehr fest in der Hand, den Blick auf die Zielscheibe gerichtet. Schuß! Daneben. Er setzt wieder an. Eine Schlange schlängelt sich durch das Unterholz. Schuß! Getroffen! „ Lebende Objekte treffe ich einfach besser“.

Der in Texas geborene Kyle  wurde zu einem gefeierten Kriegshelden. Ein gefeierter Scharfschütze, im Irak stationiert. Angeblich hat er während seiner Kampfeinsätze 160 Menschen getötet. Er liebte was er tat. „ Es ist meine Pflicht, das beste Land der Welt zu verteidigen“. Der in Texas geborene Kyle  ist die Hauptfigur in Clint Eastwoods Heldenepos American Sniper. Eigentlich wollte er Farmer werden, zog dann lieber als Rodeo-Cowboy von Ort zu Ort, bis er nach einem Besuch in einem Rekrutierungszentrum beschloss, ein Navy Seal zu werden und konnte so sein schießfreudiges Hobby zum Beruf  machen. 2003 wird er in den Irak geschickt. Mit stoischer Präzision berechnete er die Treffsicherheit der Kugel, die über Leben und Tod entschied. Es galt nicht nur sein Land zu verteidigen, auch seine Kameraden verdienten den Schutz vor dem Feind. Eastwood zeigt die Iraker als folternden und mordenden Abschaum, der es nicht anders verdient. Fast gottesgleich erlebt der Sniper den Krieg von oben auf Dächern liegend, den Feind heimtückisch aus dem Hinterhalt belauern, den Blick konzentriert auf sein Visier gerichtet: Leb oder stirb! Die stärksten Szenen des Films sind die, wenn Kyle  in seinem Heimaturlaub nach Hause  kommt, sich im zivilen Leben nicht mehr zu recht findet und Frau und Kinder ihren Daddy nicht mehr wieder erkennen. Seine Frau ( grossartig Sienna Miller)setzt ihm in ihrer Verzweifelung, die Pistole auf die Brust. Entweder du verlässt die Armee oder ich und die Kinder sind weg. Zurück in der Zivilisation wird aus der Killermaschine ein traumatisiertes Opfer eines berüchtigten Krieges. Für ihn war es die schwerste Entscheidung seines Lebens. Jetzt fühlt er sich wertlos. Er gründete eine kleine Firma, hielt sich mit Sport fit und traf sich regelmäßig mit Veteranen. Er schrieb seine Autobiographie, die zu einem Bestseller wurde, trat in Talkshows auf. Er erfand Heldengeschichten, von denen man bis heute nicht genau weiß, ob sie wahr oder seiner Phantasie entsprungen sind.  Im Februar 2013 erschoss ihn ein Kriegsveteran auf einem Schießstand. Wieso und warum, wird im Film nicht gezeigt. Im echten Leben, litt er unter posttraumatischen Störungen. Erst vor einigen Tagen wurde ihm der Prozess gemacht. In den USA hat American Sniper in kurzer Zeit bereits 400 Millionen Dollar eingespielt und ist somit einer der erfolgreichsten Kriegsfilme. Perfekt gemacht, mit einem Bradley Cooper, den man so noch nicht gesehen hat.

Die Amerikaner und ihre Leidenschaft für Waffen  ist für uns Europäer nicht nach zu vollziehen. T.C. Boyle bringt es auf den Punkt: „ Die USA sind eine vergleichsweise Junge Nation. Die Auswüchse dieses besonderen Pioniergeistes gedeihen bis heute. Greif mich nicht an. Ich bin mein eigner Herr. Ich brauche weder Regeln, noch eine Regierung. Konflikte? Lösen wir mit einer Waffe.

Der militärische Komplex, die Waffenhersteller und ihre Kriegstreiber sind in diesem Land so mächtig, dass es völlig egal ist, wer unter ihnen Präsident ist“.

Ein fragwürdiges Machwerk, welches für nachhaltigen Gesprächsstoff sorgt.

 

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