WIE ICH LERNTE DIE ZAHLEN ZU LIEBEN START: 27.11. 2014

Oliver Sechting und sein Freund Max Taubert machen sich auf den Weg nach New York. Voller Tatendrang wollen sie einen Film über New Yorker Künstler drehen.  Angekommen im Big Apple, kommt es anders als sie dachten. Es wird ein Film über Olivers unerträgliche Zwangsneurose, sein magisches Zahlensystem. Nicht ahnend , dass  es in New York ständig von Zahlen nur so wimmelt. Er steht vor einer Tür. Sein Blick fällt auf die Zahl 58.  Zufällig fährt ein Radfahrer vorbei, auf seinem Trikot die Zahl 9. Oliver bleibt wie angewurzelt steh`n. In seinem Kopf fängt es an zu arbeiten. 58 und 9. Für ihn eine Todeskombination. Sein Gehirn rattert. Er muss die Zahlen versuchen zu neutralisieren. Wenn es ihm nicht gelingt, die negativen Zahlen durch positive Zahlen zu ersetzen, verfällt er in panische Angst. Es folgt sein sozialer Tod, das heißt für ihn, er verliert alle sozialen Kontakte, das bedeutet Vereinsamung und Verelendung. Für Max keine leichte Situation. Olivers Krankheit verstärkt sich zusehends in der fremden, ungewohnten Stadt. Immer stärker macht sich Olivers Krankheit bemerkbar und wird somit immer mehr zum Mittelpunkt ihres ursprünglich gemeinsamen Films. Es sind nicht nur die Zahlen. Auch die Farbe Rot löst in seinem Hirn  Panik aus.

Was für ein Mut! Ohne Selbstmitleid gewährt der 37-jährige Oliver unfassbare Einblicke in seine Innenwelt. Auch Tom Tykwer , den die beiden in New York interviewen verrät seinen  heimlichen Zwang: Er  muss die Anzahl der Schritte festlegen, die er von der Tür zu einem Stuhl gehen darf. „ Etwa 3 Prozent der Bevölkerung leiden unter Zwangserkrankungen, aber nur jeder zehnte wird adäquat behandelt „ erklärt Eva Kischkel, Therapeutin in der Hochschulambulanz für Psychotherapie der Humboldt-Universität in Adlershof. Auch Sechting wurde jahrelang völlig falsch behandelt. Er bekam die Diagnose Schizophrenie und in dem Zusammenhang  ein Medikamentencocktail, der seine Symptome , statt zu lindern, verstärkte.  Jetzt endlich hat Sechting eine Therapeutin gefunden, bei der er zum ersten Mal in guten Händen ist. Wenn er nicht gerade vor einer Kamera steht, arbeitet Sechting als Sozialpädagoge im Lebensort Vielfalt . Er ist dort sehr beliebt. Auch die Freundschaft  zwischen Max und Oliver besteht weiterhin..  Als ich diesen bildhübschen Menschen auf der Leinwand sah, dachte ich, was für ein Glück, das er so aussieht, wie er aussieht.

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