MOMMY START: 13.11.2014

Xavier Dolan! Das Regiewunder aus Canada hat wieder zugeschlagen. Ja, ich liebe seine Filme. Nun gut, Laurence Anyways mochte ich nicht. I Killed My Mother, Herzensbrecher und ganz besonders Sag  Nicht Wer Du Bist bleiben mir unvergesslich. Ganz besonders wenn Dolan  auch noch selber spielt. Sein neuer Film Mommy schildert eine dramatische Mutter-Sohn-Beziehung, die einen absolut nicht kalt lässt. Brutalität  und Zärtlichkeit bestimmen die Verbindung dieser aussergewöhnlichen Verbindung. Der Zuschauer erlebt eine mitreissende Achterbahn der Gefühle. Diane, nicht gerade erfolgsverwöhnt , Job gekündigt, Auto kaputt und dann das: Ihr an ADHS leidender Sohn, früher hiess es schwer erziehbar, fliegt aus dem Erziehungsheim. Nicht nur das er ein Feuer gelegt hat, durch den Brand wurde auch noch das Gesicht eines Jungen entstellt. Wo soll er hin? Nach Hause zu Mutti! Schreiend und fluchend bewältigen Mutter und Sohn ihren Anstrengenden Alltag, unterbrochen von Momenten rührender Zärtlichkeit. Trotz aller Schwierigkeiten, die auf Diane lasten, ist sie kein Kind von Traurigkeit. Ihre vulgäre Art ist sehr erfrischend und ihr Kleidungsstil ein Tick zu jung.. Die Ausraster Ihres Sohnes Steve, erträgt sie mit bewundernswerter Stärke. Unterstützung erfährt sie von ihrer Nachbarin Kyla. Um ihr Stottern zu verbergen, redet sie kaum, beobachtet aber  dafür haarscharf. Sie sorgt  immer mehr für eine ausgleichende Balance in der hoch explosiven Kleinfamilie. Steve erinnert an ein ungezogenes Kind, das die Grenzen seiner Umwelt immer wieder auf ihre Durchlässigkeit testet . Letztendlich ist sein Verhalten ein einziger Schrei nach Aufmerksamkeit und Liebe. Liebt ihr mich auch dann, wenn ich so bin, wie ich bin? Es ist Dolans stärkstes Gefühlskino. Von irrsinniger Komik, berührenden Glücksmomenten, tiefster Verzweiflung spielt er auf der Tastatur der unterschiedlichsten Emotionen. Bravo! Um dem Geschehen noch mehr Ausdruck zu verleihen, greift Dolan zu einem Trick. Statt des üblichen Breitbildes ist Mommy  im quadratischen1:1 Format gedreht. Das stark begrenzte Bild, vermittelt die beengte Welt seiner Protagonisten umso eindringlicher. Andererseits vermittelt das ungewohnte Format eine besondere Intensität besonderer Augenblicke.

Den Namen des jungen Schauspielers, der den ungezügelten Steve spielt, sollte man sich merken: Antoine Olivier Pilon.

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