MAPS TO THE STARS

Film-Tipp

MAPS TO THE STARS

Ja, ja, die Schönen und Reichen in Hollywood! Beneidet und bewundert. Ausgerechnet in seinem ersten Film den David Cronenberg in Hollywood dreht, widmet er sich dem ganz normalen Alltag einer therapie-und drogensüchtigen  Schauspielerbagage, deren fast schon manische Sucht nach Ruhm und Anerkennung zwangsläufig in den Abgrund führt. Im Mittelpunkt seiner bitterbösen Satire steht die Familie Weiss. Der Vater (John Cusack) hat Millionen mit dem Schreiben so genannter Selbsthilfebücher gemacht. Nebenbei benutzt er seinen ausgeprägten Geschäftssinn, um die Traumata alternder Hollywood Diven zu therapieren.  Mutter Christina ( Olivia Williams) kümmert sich um die Karriere des 13-jährigen Sohnes , dem Kinderstar Benji, der mal wieder frisch entlassen aus der Drogenklinik kommt. Und nicht nur das, er ist auch noch ein ausgesprochenes Ekelgör. Die 18-jährige Schwester Agatha ( Mia Wasikowska) , die nach einigen Jahren Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik wegen Pyromanie, entlassen wird,  den Körper mit Narben übersät, geheilt oder nicht, auch das steht in den Sternen, findet eine Anstellung bei der abgehalfterten Diva Havana ( Julianne Moore).  Sie erinnert an „ Eine Norma Desmond vergisst man nicht“ aus Sunset Boulevard. Heimgesucht wird sie von dem Geist ihrer Mutter.  In einem bevorstehenden Remake eines Films, in dem die Mutter der Star war, will sie unbedingt die Rolle der verhassten Mutter übernehmen. Für die Verwirklichung geht sie buchstäblich über „ Leichen. Mit von der Partie ist Robert Pattinson, der als Drehbuch schreibender Chauffeur auf potentielle Fahrgäste hofft. In diesem Psychothriller einer Traumfabrik steuern fast sämtliche Protagonisten dem Abgrund entgegen. Inzest, Mord und Missbrauch im Gepäck. Es grenzt an puren Zynismus, wenn immer wieder aus Paul Eluards Gedicht das Wort „Freiheit“ zitiert wird.

Neu ist das, was Cronenberg hier zeigt, gewiss nicht. Abel Ferraras „Blackout“ und Robert Altman in „The Player“ widmen sich dieser Thematik schon böse genug. Was Cronenberg in seinem Film „Maps To The Stars“ nun noch einen Tick härter und verzweifelter inszeniert. Allein wegen der phantastischen Performance Julianne Moores, die dafür in Cannes als Beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde, lohnt sich der Film allemal.

Ulrike Schirm

Start:11.09.2014

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s